Hunde-Blog

Tierschutzhund: Die Reise ins neue Zuhause

von Tina Drews - 22 Oct, 2021

Tierschutzhund: Die Reise ins neue Zuhause

Herausforderung  Tierschutzhund: Ich bin Lena, 30 Jahre alt, hauptberuflich Kauffrau im Gesundheitswesen, aber nebenberuflich in der Ausbildung zur Tierpsychologin. Mein Piccolo ist ein Tierschutzhund aus Griechenland und manchmal eine echte Herausforderung – aber ich liebe ihn total. Vielleicht gerade, weil wir zusammen so viel lernen (müssen)? In dieser Artikelreihe bei Leckermeister möchte ich euch mitnehmen auf unseren Weg – von meiner Entscheidung für einen Tierschutzhund über Einreise, Kennenlernen bis zu unserem nicht ganz einfachen Alltag.

Piccolo und seine beiden Hundegeschwister fuhren Freitag morgen in Griechenland mit dem Transporter los los, 2300 Kilometer lagen vor ihnen. Piccolo sollte als erster bei mir ankommen, da er der ängstlichste war.  Diesen Eindruck hatten die Betreuer schon aus seinem Verhalten in der Auffangstation gewonnen. Damit die Kommunikation einfacher ist, haben wir für den Transport schnell eine Whatsapp-Gruppe aufgemacht - wir drei neuen Besitzer, Lydia vom abgebenden Verein Anima Lefkada und Christina, die sich in der Notfellstation in Griechenland um die Hunde gekümmert hatte.

Wir alle waren einfach nervös, als es losging. Und dann erst recht, als die Fahrtroute umgeplant werden musste, weil es für den Fahrer so einfacher war: Erst Elli  nach Bayern, Dobby in den Harz und schließlich Piccolo nach Ratingen. Aber die Kommunikation untereinander war einfach top, wir wussten jederzeit, wann und wo alle waren.

Der Transporter wurde von zwei supernetten Menschen gefahren. Sie sind alle paar Stunden mit den Hunden raus, haben geguckt, ob sie noch genug Wasser haben oder ob sie auf die Unterlage gepinkelt hatten. Piccolo hatte unterwegs sehr viel Angst, er war vorher ja auch noch nicht so oft Auto gefahren. Er wollte seine Box auch gar nicht freiwillig verlassen. So haben die beiden Begleiter entschieden, Piccolo nicht unter Zwang aus der Box zu ziehen und ihm wohlmöglich noch mehr Angst zu machen. Er bliebt also während des ganzen Transportes in der Box und konnte nicht Gassi gehen - dann wurde halt nur seinf Unterlage regelmäßig gewechselt. Dass er nicht rauskam, tat uns allen sehr leid,  aber es war die bessere Entscheidung.

Piccolo im Auto, als ich ihn abgeholt habe 

Sonntag sollte Piccolo dann ankommen – das war genau Muttertag. Ich war vorher bei meiner Mama und konnte kaum ruhig sitzen vor Nervosität. Ich bin Nachmittags nach Hause und habe für Piccolo etwas gekocht. Ich wusste nicht, was genau er verträgt, erst recht nach so einer langen Reise, und zwei Tagen ohne Futter - unterwegs konnte man ihnen nichts, damit sie nicht erbrechen. Also habe ich frisches Hühnchen mit Reis und Möhre für in vorbereitet. Sein Körbchen, Napf und ein eigenes neues Stofftier lagen auch schon bereit.

Schließlich sollte ich Piccolo an einer Raststätte in Ratingen abholen, eine Fahrt von etwa 25 Minuten. Natürlich macht man solche Übergaben normalerweise NICHT an einer Raststätte, ganz klar. Aber wegen Corona gab es ja keine "normalen" Flugtransporte und die Ausnahmesituation Autotransport kannten weder die Fahrer noch der Verein noch ich. Da war halt eine Raststätte am einfachsten für alle zu finden.

Eine Freundin ist mit mir dorthin gefahren, damit ich auf der Rückfahrt hinten bei Piccolo sitzen kann. Wir sind viel zu früh los gefahren, und ich stand vollkommen nervös und aufgeregt auf dem Parkplatz. Meine Betreuerin Lydia war die ganze Zeit am Telefon erreichbar und wir haben durchgehend geschrieben. Mit ein paar Minuten Verspätung tauchte der Transporter schließlich auf - aber Piccolo bekam ich erst einmal nicht zu sehen. Denn der Fahrer stieg erstmal ohne ihn aus und kontrollierte meine Papiere. Sicherheitshalber - und das ist ja auch gut so!

Erst danach holte er Piccolo aus dem Transporter, er hat ihn die ganze Zeit fest auf dem Arm gehabt. Piccolo hatte zwar ein Geschirr und Leine, wollte aber nicht runter auf den Boden und laufen. Also wurde er direkt in mein Auto gesetzt und pinkelte gleich, was das Zeug hält! Ooops. Ich habe ihn aber einfach gelassen, Decke danach unterm Popo weggezogen und ab in den Müll, das Ding. Und dann ging es gleich los Richtung nach Hause, mit Piccolos Köpfchen auf meinem Schoß  - da hat er sich ganz schnell beruhigt und zuhause hat er dann auch bei mir an der Straße Pipi gemacht, so dass es keine weiteren "Unfall" mehr gab. 

Und so geht es weiter: Im nächsten Teil erfahrt ihr, wie die ersten Tage verlaufen sind. Und wie die ersten “Probleme” auftraten!

Diese Folgen „Herausforderung Tierschutzhund“ sind bereits erschienen: